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Gästebuch

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Eintrag vom 10.12.2014

Als ehemaliger Wittenberger mit wunderbaren Kindheits- Erinnerungen an das Riemermuseum wurde ich Sie gerne, ggf. durch eine Mitgliedschaft, unterstützen. Ich freue mich auf eine Nachricht von Ihnen!

Mit freundlichen Grüßen Otto Gutknecht

Eintrag vom 17.02.2013

Als Kind war ich ständig im Riemer-Museum und ich bin total entsetzt das es zu ist. Wollte letztens als ich Wittenberg mal wieder besuchte, unbedingt ins Museum. Die Enttäuschung war groß. Hoffentlich macht es bald wieder auf.

Rene ............. (Name der Redaktion bekannt)

Eintrag vom 11.04.2012

(gleichzeitig als Leserbrief an die Mitteldeutsche Zeitung übermittelt)

In der MZ vom 30. 3. 2012 war im Beitrag "Riemer unter Wert" von Markus Wagner zu lesen:
"Auch am vergangenen Dienstag soll es bei einem von der BI veranstalteten Abend wieder massive Vorwürfe gegen die Stadt gegeben haben. Der wird vorgeworfen, Riemer nach dem Umzug aus dem Schloss nicht mehr adäquat präsentieren zu wollen."

Hierzu möchte ich einleitend anmerken:
Nein, das sind nicht einfach nur Leute, die zusammenkommen, weil sie Spaß daran haben, die Stadt mit - wie es unterschwellig in diesem Beitrag anklingt - (unberechtigten) Vorwürfen zu ärgern. Das sind Bürger, die betroffen sind von der Art und Weise, wie mit dem geistigen Reichtum ihrer Stadt umgesprungen wird.

Diese Abendveranstaltung der Bürgerinitiative verdient es, dass über sie ausführlicher in der öffentlichkeit informiert wird, auch wenn kein MZ-Vertreter anwesend war.

Denn dort wurde eine Veranstaltung von hohem Niveau und durchaus überregionaler Bedeutung geboten. Viele der Informationen sind sicher auch für die Stadträte und Bürger Wittenbergs bisher weitgehend unbekannt:
Zwei Referenten - Wissenschaftler aus Bonn bzw. aus Goslar - hielten Vorträge über Riemers Wirken in der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland.
Zuvor lasen die Schauspieler Carola Bläss und Kersten Liebold aus Briefen von, an bzw. über Riemer interessante Passagen vor.

Als erstes sei erwähnt, dass Riemer mit Dr. Otto Kleinschmidt, dem Pfarrer und Wissenschaftler sowie Leiter des - wie es dann in der DDR hieß-"Kirchlichen Forschungsheimes" befreundet war. Bisher wusste man wohl nur, dass beide ihre Einrichtungen - das Forschungsheim und das Museum - im Schloss hatten, sich also kannten. Sie waren mehr - sie waren Freunde, Kleinschmidt war sogar der Auslöser für die Entscheidung Riemers, nach Wittenberg zu kommen und hier seine Sammlung in ein Museum einzubringen.

Einleitend bemerkte Renate Gruber-Lieblich von der Bürgerinitiative (BI), dass es nicht die Absicht der BI sei, Riemer zu einem Heiligen zu machen. Sie erwähnt auch, dass sich überall in Museen Deutschlands Material über Riemer befindet,
Dr. Rainer Hutterer aus Bonn, von der Deutschen Gesellschaft für Säugetierkunde (DGS) hielt den ersten Vortrag.
Riemer war in dieser 1926 gegründeten Gesellschaft sehr aktiv, hat auch an mehreren der Jahres-Tagungen teilgenommen, u. a. an der, die im Jahr 1934 in Wittenberg stattfand. Der Referent betonte ausdrücklich, dass die Gesellschaft und auch die Zeitschrift durch Riemer finanziell in Größenordnungen unterstützt wurden.

Dr. Friedhart Knolle aus Goslar von der Deutschen Höhlenforschungs- und Karstgesellschaft e. V. nannte seinen Vortrag:
"Julius Riemer, Dr. Benno Wolf und die Höhlenforschung in Deutschland" (Zur Bildpräsentation des Vortrags)
Das Fachwort für Höhlenforschung ist übrigens "Speläologie", eine "multithematische" Wissenschaft, in die viele andere Fachgebiete von der Geologie bis hin zu Kunst und Religion einfließen. Auch das militärische Interessen an Höhlenforschung ließ er nicht unerwähnt. Riemer - ein begeisterter Höhlenforscher - hat auch aus diesen Arbeiten einzelne Objekte in seine Sammlung eingebracht.
Benno Wolf war der Pionier für das Höhlenkataster in Deutschland, beide waren eng befreundet, der Referent spracht von einer "Schicksalsgemeinschaft Riemer-Wolf". Wolf, der im KZ Theresienstadt ums Leben kam, war von Riemer mehrmals gebeten worden, aus Deutschland zu emigrieren.

Dass Riemer einen Kompromiss einging und nach der Auflösung der Gesellschaft für Höhlenforschung kurzzeitig auch dem Vorstand des an seiner Stelle von den Nazis gegründeten "Reichsbund für Höhlen- und Karstforschung" angehörte, nennt der Referent einen "Pakt mit dem Teufel", den er u. a. auch deshalb einging, um Benno Wolf helfen zu können. 1942 zog sich Riemer aus dem Vorstand zurück .

Eine 40seitige Broschüre der Arbeitsgemeinschaft für Karstkunde Harz e. V., ein Vorabdruck zum Thema "Julius Riemer und die Höhlenforschung", von Dr. Friedhart Knolle zur kostenlosen Mitnahme bereitgestellt, gibt ausführliche Informationen über die tatsächlichen Kontakte zwischen Julius Riemer und Benno Wolf. (Zur Broschüre zur Ansicht bzw. Download)

In der anschließenden Diskussion kamen weitere erschütternde Fakten zur Sprache:
So hatte es bereits vor Jahren einen Beschluss des Stadtrates zur Vorbereitung des Umzugs der Städtischen Sammlungen aus dem Schloss gegeben, während der anwesende Bürgermeister Thorsten Zugehör davon spricht, dass zur Zeit an einem "Drehbuch" gearbeitet werde, wie mit der Sammlung weiter zu verfahren sei. Das Provenienzgutachten sei erstellt worden als Grundlage für noch zu stellende Fördermittelanträge, sagte Zugehör.

Frau Dr. Hennen erwähnt, dass im wissenschaftlichen Beirat weder ein Naturkundler noch ein Völkerkundler sei, man brauche jedoch einen breiten Stab, damit dieser Beirat auch sachkundig entscheiden kann.
Frau Dr. Scheps vom Grassi-Museum Leipzig schätzte ein, dass das Natur- und Völkerkundemuseum "Julius Riemer" von der Stadt Wittenberg sehr "stiefmütterlich" behandelt wurde, nennt es ein "Versäumnis der Stadt von Anfang an". Sie erwähnte ein wissenschaftliches Gutachten von 1993, in dem ausdrücklich vermerkt sei, dass die Exponate der Sammlung wertvoll, teilweise einmalig sind. Sie betonte die herausragende Stellung des Museums in Sachsen-Anhalt und Deutschland - z. B. gibt es diese Kombination von Natur- und Völkerkunde nur noch einmal in Deutschland, in Bremen. Diese Sammlung sei auch international von Bedeutung. Sie sagte:"Wittenberg war ein Anlaufpunkt für die Forschung, auch auf internationaler Ebene." und "Für die Wissenschaft ist die Sammlung im Augenblick verloren." Es sei bedauerlich, dass die Sammlung nicht bearbeitet und nicht beforscht wird.

Sie erzählte zum Vergleich vom jahrelangen Umzug des Grassi-Museums, wobei es rund um die Uhr erforderlich war, während der Einlagerung die Räume auf ein geeignetes Klima und die Exponate auf Schädlingsbefall zu kontrollieren. Dann wandte sie sich mit der Bitte an die Stadt, die Sammlung nicht zu vergessen und sich Experten auch von außerhalb zu holen. Wittenberg könne stolz sein auf diese Sammlung die auch als "Aushängeschild ihrer Weltoffenheit" gesehen werden kann und als eine Antwort auf Völkerhass beitragen könne in diesem Sinne pädagogisch Einfluss zu nehmen.

Als der langjährige Leiter des Museums, Klaus Glöckner sich für das Interesse an dem "leider verschwundenen Museum" bedankte, ging ein Abend zu Ende, an dem ich nicht mehr nur persönlich unter dem Verlust unseres Museums litt, sondern auch begriffen hatte, welcher Verlust die Schließung dieses Museum über Wittenberg hinaus für Geschichte, Kultur und Wissenschaft in Sachsen-Anhalt und Deutschland bedeutet.

Ich hoffe auf ein Umdenken der Stadt - dieser einmalige geistige Reichtum muss gerettet und für öffentlichkeit und Forschung schnellstens und in dem bisherigem Umfang wieder zugänglich gemacht werden.

Brunhild Krüger, Lutherstadt Wittenberg

Eintrag vom 28.03.2012

Ich möchte der BI meine Hochachtung aussprechen. Ich war heute zu dem Bürgerforum im KTC. Hochinteressant fand ich die Vorträge von den Referenten Dr. Rainer Hutterer und Friedhart Knolle. Die beiden Herren konnten uns sehr eindrucksvoll einen Blick in die Materie verschaffen. Vielen Dank dafür! Die anschließenden Wortmeldungen waren doch sehr fordernd und ermutigend. Unser Bürgermeister tut mir schon leid. Er muss Rede und Antwort stehen, will vielleicht sogar auch helfen, aber irgendwie fehlen mir da Antworten auf die vielen Fragen. Toll war aber zu sehen, dass es doch um die fünfzig Bürgerinnen und Bürger gab, die nicht einfach ihr "Riemermuseum" in Kisten verpacken und vor sich hingammeln lassen wollen. Ich freue mich schon heute auf das nächste Forum! Spannender als jeder Krimi war der Abend heute alle mal!!! Wobei- eigentlich haben wir hier schon die perfekte Vorlage für ein Drehbuch!
Macht weiter !!!!

Stefanie Triska

Eintrag vom 27.01.2012

Ich werde stinksauer, wenn ich den virtuellen Rundgang auf Ihrer Seite sehe. Es sollen so interessante und liebevoll zusammengetragene Ausstellungsstücke im Nichts verschwinden. Wir wissen doch alle was mit Dingen geschieht, die man erst mal "aussitzt". Man sollte "dem Volk doch endlich mal aufs Maul schauen". Für Luther kann es nicht teuer genug werden, aber ein Spielplatz, auf dem Kinder toben könnten, wenn sie vorher einen tollen Rundgang durch ein Museum voller Affen, Schmetterlinge, Käfer, Biber, Vögel und Eindrücke aus anderen Ländern mitnehmen können, soll für den Luthergarten weichen.

Aber vielleicht dürfen jene Kinder dann auf gerade diesen Bäumen in eine Zukunft schauen, die uns alle etwas klüger macht.

Ich wünsche der BI Gesundheit und immer eine gehörige Portion Wut und Mut.

Stefanie Triska

Eintrag vom 28.12.2011

Ich bin durch die Webseite der Bürgerinitiative Riemer-Museum auf die Lage der Sammlung Julius Riemer und die Pläne der Stadtverwaltung Wittenberg aufmerksam geworden. Mitteldeutschland ist ein Landstrich der reich an Erbe ist, sei es nun Kultur- oder Naturerbe. Die Sammlung Riemer passt hervorragend in diese Region, spiegelt sie doch, wenn auch nicht hier begründet, bestens auch den reichen Schatz an Natur- und Kulturerbe des leider häufig unterschätzen Mitteldeutschlands wieder.

Natur- und Kulturerbe war noch nie eine besonders gewinnbringende Angelegenheit. Aber der Schutz dieses Erbes ist eine bedeutende Verantwortung, die wir als Menschen tragen! Die Grundlage einer solchen Sammlung bietet doch eine Gelegenheit, sich mit diesem Erbe auseinanderzusetzen. Denn nur durch Information über und Zugang zu Kultur- und Naturerbe ist es machbar, dass auch die zukünftigen Generation sorgsam mit den Ressourcen dieser Welt, mit der Verantwortung, die wir tragen und mit dem Vermächtnis, das wir unseren Ahnen schuldig sind umgehen!

Die Sammlung Riemer muss öffentlich, umfänglich und angemessen zugänglich bleiben!

cand. phil. Daniel Haas aus Halle

Eintrag vom 08.10.2011

Zäh ging es wirklich zur 23. Sitzung des Kulturausschusses am 5. Oktober zu. Der Umzug der städtischen Sammlungen sollte, unter anderem, für Entscheidungen im Stadtrat vorbreitet werden. Dazu gibt es einen Beschluss des Stadtrates I/289-34-07 vom 24.10.2007. Demnach hätte der Oberbürgermeister unserer Stadt seit vier Jahren Untersuchungen veranlassen sollen, wonach geprüft werden sollte, wo und wie die Präsentation der Städtischen Sammlungen, zu denen auch die Sammlung von Riemer gehört, in unserer Stadt erfolgen soll. Darauf aufbauend sollte ein Nutzungskonzept vorgelegt werden. Immerhin hatte der Herr Oberbürgermeister aus Anlass der außerordentlichen Kulturausschusssitzung am 08.07.2011 in Sachen Umzug und Neugestaltung der Städtischen Sammlungen vorsorglich erklärt, dass die Verwaltung der Stadt ein Nutzungskonzept für den Umzug der Städtischen Sammlungen aus Kapazitäts- und Kompetenzgründen nicht aufstellen konnte. Die Stadt versicherte sich deshalb seit mehr als einem Jahr der Unterstützung eines wissenschaftlichen Beirates, der die Beratungen der Verwaltung wahrnimmt. Es liegt derzeit außer einem inhaltlichen Arbeitskonzept und Empfehlungen des wissenschaftlichen Beirates nichts wirklich Bindendes vor.
In der Kulturausschusssitzung war wenig zielführendes zu spüren, eher davon, dass, wie bereits am 03.09.2011, auf Seite 9 der "MZ", zu lesen war, dass die Verwaltung mit aller Kraft auf der Bremse steht. Aus dem Arbeitskonzept, soll derzeit ein sogenanntes "Drehbuch" für die Neugestaltung der Städtischen Sammlungen entwickelt werden. Wann das "Drehbuch", an Stelle des beschlossenen Konzeptes, für den Umzug der Städtischen Sammlungen vorliegt, blieb offen. Blamabel für unsere Stadt, wenn das Schloss bereits im März 2012 zum Umbau freigeräumt, und die Städtischen Sammlungen, repräsentativ gestaltet und wissenschaftlich betreut, umgezogen sein sollen. Es fehlt nicht nur an den finanziellen Zuwendungen und Entscheidungen des Landes und des Bundes, sondern auch an den Vorbereitungen der Stadt mit den erforderlichen endgültigen Umzugsvorstellungen für die Städtischen Sammlungen, einschließlich Riemermuseum. Das von der Verwaltung angedachtes Schaudepot für große Teile der Sammlung Riemer sollte das Niveau des Nachkriegsschaudepots von Julius Riemer, aus dem Jahre 1948, wissenschaftlich und modern organisiert, übersteigen. Dazu gibt es aber außer einem "Wunschtraum - Schaudepot" der Verwaltung noch gar keine untersuchte, gesicherte bauliche und inhaltlich-qualitative Voraussetzungen. Den vorgestellten Visionen des Ausschussvorsitzenden für eine Neupräsentation der Städtischen Sammlungen könnte gefolgt werden. Warum diese nicht seit Jahren konsequenter inhaltlicher Gegenstand der Vorbereitung des Umzuges der Städtischen Sammlungen sind, wurde vom Kulturausschuss und den Verwaltungsvertretern nicht beraten. Die Beschlussvorlage zum Umzug der Städtischen Sammlungen und Neugestaltung des Stadtmuseums wurde lediglich in erster Lesung diskutiert. Erneut Zeit verloren! - Alles verloren, oder doch noch nicht?
aus Piesteritz - Winfried Huth

Eintrag vom 20.07.2011

Was ist zu tun um die Riemer Sammlungen auf der Grundlage der Verträge von 1953 komplett zu erhalten?

Vorschlag: Das Testament des Julius Riemer von 1953 - 99 Jahre Vertragsdauer - gegen die Stadt einzuklagen!

Mit freundlichen Grüßen C.&S. Hochfeld

Eintrag vom 13.07.2011

Ich bin schon als Kind oft durch die Räume des Riemer-Museums gewandert. Ich wusste genau an welcher Stelle welches Tier zu finden ist.
-Und jetzt soll alles weg?-
Jetzt sind meine Kinder in dem Alter, wo auch für sie schon das Riemer-Museum ein Begriff ist. Also unsere Familie ist der Meinung: Das Riemer-Museum soll bleiben wo es ist, es gehört einfach dort hin, wie Luther vor`s Wittenberger Rathaus. Also macht weiter, wir unterstützen Euch gern dabei.
Mit freundlichem Gruß

Frank und Gedina Hyzyk mit Justin und Anna Lena

Eintrag am 11.07.2011

Am vergangenen Freitag fand im alten Wittenberger Rathaus eine außerordentliche Kulturausschusssitzung zur Neugestaltung der Museumslandschaft in Wittenberg statt. Da meine Frau und ich Freunde des Riemermuseums sind, dachten wir uns, wir gehen mal hin.
Weil wir noch Zeit hatten gönnten wir uns ein Eis und warteten artig vor dem Portal des historischen Gebäudes. Da entdeckte ich eine interessante Inschrift die da lautet :"Fürchte Gott, ehre die Obrigkeit und sei nicht unter den Aufrührern". Ich war ganz fasziniert von dieser Entdeckung, und dachte mir was so ein kleines Verweilen ans Tageslicht bringen kann. Denn ich bin auch ein Fan der Stadtgeschichte.
Dann betraten wir das ehrwürdige Gebäude und stellten fest die Sache schien viele Leute zu interessieren . Die Veranstaltung war gut besucht. Was dann kam war für uns weniger erbaulich. Alle Akteure schienen mit dem festen Willen angetreten zu sein den Anwesenden klar zu machen das die stadtgeschichtliche Sammlung gut und wertvoll sei, was ich nicht bezweifle, die völker- und naturkundliche eher verzichtbar.
Als erster trat der Herr Oberbürgermeister ans Rednerpult. Seine Ausführungen kann man als sehr unbefriedigend bezeichnen. Er erklärte wie wichtig es sei das 500 jährige Jubiläum des Thesenanschlages von Doktor Luther zu begehen. Um das in einem würdigen Rahmen tun zu können wäre viel Geld aus Europa zu bekommen um das wunderschöne Schloss noch schöner zu machen. Das Geld ist aber nur zu bekommen wenn man es noch 2013 bzw. 2014 verbaut. Aber um bauen zu können muss das alte Zeug erst mal raus. Zum ausräumen und umzugestalten benötige man 1,8 Mio €.
Das Land in seiner unendlichen Güte gäbe 640 T € - aber nur zum Auszug- nicht zur Neugestaltung eines- wie auch immer gearteten - städtischen Museums. In Anbetracht der Tatsachen das die Stadt schlicht kein Geld hat ist der kleine Rest der Finanzierung ungeklärt. Es müsse also erst mal nur ein Provisorium ,nein eine Interimslösung geben. Unser Herr Oberbürgermeister fand dann noch einen trefflich blumigen Vergleich er erklärte dem ungebildeten anwesenden Wahlvolk wenn man nach Madrid reise würde lege man ja auch einen Zwischenstopp ein und reise nicht die gesamte Strecke am Stück. Da denke ich nur, egal ob ich mit dem Zug oder meinem Auto fahre, ich komme nur an wenn ich die notwendige Kohle für Bahnticket oder Benzin habe. Ich könnte sonst, sagen wir mal in Paris stranden und komme nicht hin und auch nicht wieder zurück. Aber er weiß ja gewiss mehr als ich und wird das schon machen. Oder nicht ?
Dann hatte der Herr Bürgermeister seine Sternstunde. Er erklärte den anwesenden Untertanen er hätte einen Anwalt gefunden der ihm in einem Rechtsgutachten bescheinige das die Sammlung Riemer jetzt der Stadt Wittenberg gehöre und sie uneingeschränkte Befugnis besäßen. Und sie schalten und walten können wie sie wollen.
Dann wurde die geballte Sachkunde in Person des Professors aufgeboten der sich wohl auch eher auf dem Boden von Stadtgeschichte und Reformation tummelt. Der hatte ganz viele Ideen. Erstens will er ein Stadtmuseum mit ganz viel Stadtgeschichte und einem kleinen bisschen Riemermuseum. Diese Sachen sollen in ein Depot wo man es auch mal tageweise der öffentlichkeit aussetzen könnte. Wenn ich mir ansehe wie die Fläche im Riemermuseum jetzt schon für ein paar Schautafeln der Stadt beschnitten wird wage ich an dieses Horrorszenarium gar nicht zu denken . Ich gehe nämlich schon seit vielen Jahren ins Riemermuseum und habe japanischen Studenten immer die dortige Japanausstellung gezeigt die von den Japanern fasziniert aufgenommen wurde.
Dann hatte der Herr Museumswissenschaftler ( wie wurde er das nur?) noch ganz gute Ideen wie die Stadt ihr ungeliebtes Erbe entsorgen kann. Er regte an, und zwar ganz ernsthaft alle Dauerleihgaben an die Leihgeber zurück zu geben. Das beträfe 45 % der völkerkundlichen Sammlung und 15 % der naturkundlichen Exponate. Dauerleihgaben sind übrigens in Deutschlands Museumslandschaft ganz normal und sind nichts schlimmes.
Die Krönung seiner Ausführungen waren für mich die Anregung einer ethischen Prüfung des Sammelgutes von Herrn Riemer. Hatte dieser ja auch in der Zeit zwischen 1933 und 1945 gesammelt., und wer weis vielleicht kann man da ja auch was entsorgen Das weder Völkerkundler noch Naturkundler seinem Wissenschaftlichen Beirat angehörten war für ihn kein Problem man berief sich auf eine Prüfung aus dem Jahr 1994durch niedersächsische Experten.
Es wurde noch eine Stelle empfohlen die wissenschaftliche und museumspädagogische Arbeit leisten solle und auch Sonderausstellungen ermöglichen könnte. Ein Punkt dem ich mich anschließen kann. Da denke ich gleich an die guten Zeiten im Riemermuseum zurück als ein Klaus Glöckner 2-3 solcher Sonderausstellungen im Jahr auf die Beine gestellt hat mit viel Engagement und der Einbeziehung vieler Wittenberger Bürger und darüber hinaus. Auf seine Expertenmeinung zu Rückfragen möchte ich nicht weiter eingehen denn auch hier war eine klare Tendenz sichtbar. Da sich sein Konzept ausschließlich auf die Ausstellungsfläche im Zeughaus bezog, hoffe ich inständig auf eine Erleuchtung der Verantwortlichen Entscheidungsträger im Rathaus. Es wäre eine Schande und unwiederbringlicher Verlust für unsere Heimatstadt.
In einem Redebeitrag vertrat die Kunsthistorikerin Dr. Hennen die Ansicht andere Liegenschaften der Stadt nicht außen vor zu lassen und aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse einzubinden. Dem kann man wohl nur zustimmen. Ziel sollte sein die einzigartige Sammlung Riemer komplett zu erhalten und zum Beispiel im Zeughaus angemessen zu präsentieren . Das sollte durch einen kompetenten Museumspädagogen oder Wissenschaftler erfolgen der sich auf dem Gebiet auskennt. Denn etwas hat die jüngere Geschichte gezeigt, überlässt man das einem Laien folgen Zerstörung und Abwicklung.
Als ich das gute alte Rathaus verlies habe ich noch mal die Inschrift betrachtet, dabei habe ich mich dann gefragt: Stammt sie wirklich aus der Zeit der ursprünglichen Erbauung beziehungsweise dem Umbau des Hauses um 1573,als hier auch Recht gesprochen wurde . Oder hat sie unser Herr Oberbürgermeister erst bei der letzten Sanierung unseres wunderschönen Rathauses anbringen lassen ,als Handlungsdirektive für seine Untertanen?

11.07.2011 Klaus Opitz

Eintrag am 03.07.2011

Hallo liebe Bürgerinitiative,
ich finde es großartig, was Ihr in Wittenberg macht. Ich weiß nicht wie viele naturkundliche Museen in Deutschland in Kisten verpackt in den Ecken ihrer Städte vergammeln und so wertvolles Kulturgut verloren geht. Es ist eine Schande!
Laßt Euch das in Wittenberg nicht gefallen - wehrt Euch! Was haltet Ihr von einer Anzeige bei der Staatsanwaltschaft, die kostet Euch nichts und die Staatsanwaltschaft ermittelt von Amts wegen auch gegen Vertreter einer Stadtverwaltung.
Ich bedauere es sehr, dass Eure Seite jetzt so nackig ist. Eure Stadtverwaltung braucht offensichtlich Nachhilfe im Urheberrecht. Laßt es ruhig auf ein Gerichtsverfahren ankommen, das geht für Euch gut aus.
Ich wünsche Eurer Initiative viel Erfolg. Falls Ihr meine Hilfe braucht, meldet Euch.
Carsta Weikert aus Bernburg