25.10.2017

Goldenes Myanmar - Mönche, Menschen und Pagoden

Plakat MyanmarDer Freundeskreis Julius-Riemer-Sammlung e.V. lädt ein zu einer Multimediashow der professionellen Filmemacher und Fotografen Anett und Michael Rischer mit musikalischer Umrahmung durch Live-Musik. In der Pause steht ein landestypisches Gericht als Imbiss bereit.

Die Veranstaltung findet statt am Donnerstag, den 9. November 2017 um 17.00 Uhr im "Haus des Handwerks" Lutherstadt Wittenberg, Collegienstraße 53a.

Das Ehepaar Rischer reiste inkognito durch das Land und porträtierte dabei die goldenen Pagoden und Stupas, aber vor allem das Leben der einfachen Menschen auf dem Lande und in den großen Städten. Angefangen mit der Hauptstadt Yangon, dann mit dem offenen LKW auf Holzbänken zum heiligen Wallfahrtsort, den "Goldenen Felsen" bis hin nach Mandalay mit dem maroden Zug führte die Rundfahrt. Von Mandalay den Irrawaddy-River mit dem Holzboot hinunter bis in die weite, trockene Ebene von Bagan. Hier stehen mehr als 2000 Pagoden, die meisten über 1000 Jahre alt. Es ist das wohl größte Ruinenfeld ganz Süd-Ost-Asiens. Die Reise geht weiter zum Sitz der Geister - der Nats - auf dem Mont Popa und dann in die Höhlen von Pindaya, wo mehr als 10 000 Buddastatuen eine mythische Atmosphäre erzeugen. Der Inle-See mit seinen Beinruderern und den schwimmenden Gärten ist das vorletzte Ziel, bevor die Filmexpedition am Golf von Bengalen in den Fischerdörfern endet. Unterwegs besuchen die Filmemacher immer wieder etnische Minderheiten wie die Paoh, die Chin, die Shan oder die bekannten Giraffenhalsfrauen vom Stamm der Padaung.

Karten für die Veranstaltung erhalten Sie zum Preis von 15 € im Vorverkauf beim Freundeskreis (Telefon 03491 877888 oder E-Mail freundeskreis@riemer-museum.de). Vereinsmitglieder erhalten die Karten zum ermäßigten Preis von 10 €. Restkarten an der Abendkasse.

Die Veranstaltung wird finanziell unterstützt durch die Sparkasse Wittenberg.


21.03.2017

Magisches Westafrika - Voodo und Fetisch in Benin, Togo und Bukina Faso

Flyer WestafrikaDer Freundeskreis Julius-Riemer-Sammlung e.V. lädt ein zu einer Multimediashow der professionellen Filmemacher und Fotografen Anett und Michael Rischer mit musikalischer Umrahmung durch afrikanische Live-Musik. In der Pause steht ein afrikanisches Eintopfgericht als Imbiss bereit. Die völkerkundliche Sammlung von Julius Riemer, von der Teile in naher Zukunft wieder im Zeughaus zu sehen sein werden, bietet vielfältige Anknüpfungspunkte zu dieser Region Afrikas.

Die Veranstaltung findet statt am Donnerstag, den 6. April 2017 im "Haus des Handwerks" Lutherstadt Wittenberg, Collegienstraße 53a.

Auf einer 4.000 Kilometer langen Rundfahrt durch Burkina Faso, Togo und Benin lernen Sie die westafrikanische Voodo- und Fetischkultur kennen. Tauchen Sie mit uns ein in den Zauber Westafrikas entlang der Sklaven- und Goldküste bis hin zu den Stämmen der Mossi, den Lobi, den Fon und anderen Ethnien. Die größte Pfahlsiedlung Afrikas auf dem Nokoue-See, der Nazinga-Nationalpark mit seiner Tierwelt, koloniales Erbe in Togo und Benin, bunte Märkte und geschickte Handwerker zeigen ein lebendiges Westafrika fern vieler Vorurteile und auch Klischees. Lassen Sie sich verzaubern von den Maskentänzen der Zangbedo-Zeremonie und dem unglaublichen Fetischmarkt in Lomè.

Karten für die Veranstaltung erhalten Sie zum Preis von 10,00 € im Vorverkauf beim Freundeskreis (Telefon 03491 877888, Email: freundeskreis@riemer-museum.de) sowie an der Abendkasse.


07.10.2016

"Das Leben einer Sammlung" - Vortrag von Dr. Angelika Tunis

Der Freundeskreis der Julius-Riemer-Sammlung präsentiert in Kooperation mit den Städtischen Sammlungen noch bis zum 31. Oktober im Zeughaus westafrikanische Skulpturen aus der Berliner Sammlung Greschik. In Rahmen dieser sehr erfolgreichen Ausstellung lädt der Freundeskreis zu einem Vortrag ein, der erneut das Sammeln außereuropäischer Kunstwerke und seine historischen Zusammenhänge in den Mittelpunkt stellt: Dr. Angelika Tunis, die viele Jahre eine der Afrika-Sektionen des Berliner Ethnologischen Museums leitete, wird über die kulturellen und persönlichen Hintergründe des Sammelns sprechen und dabei eine Brücke zwischen dem Wittenberger Sammler Riemer und den Sammlern der Gegenwart schlagen. Ein besonderes Augenmerk wird sie dabei auf die Rezeption afrikanischer Kunst richten.

Der Vortrag findet am Freitag, dem 21. Oktober, im Saal des Kirchlichen Forschungsheims in der Wilhelm-Weber-Straße 1a statt und beginnt 18.00 Uhr. Der Eintritt ist frei.


04.07.2016

"Die Entdeckung des Individuums - Skulpturen der afrikanischen Lobi aus der Sammlung Rainer Greschik" - Sonderausstellung im Zeughaus

flyerEs ist uns gelungen, in Kooperation mit den Städtischen Sammlungen der Lutherstadt Wittenberg eine Sonderausstellung von Skulpturen der Lobi im Zeughaus zu organisieren. Die Ausstellung wird vom 15. Juli bis zum 31. Oktober im Museum der Städtischen Sammlungen im Zeughaus zu sehen sein.

Das im Grenzgebiet von Burkina Faso, Elfenbeinküste und Ghana ansässige Volk der Lobi bildet mit der individuellen Vielgestaltigkeit seiner Schnitzwerke einen Sonderfall in der afrikanischen Kunst. Der Freundeskreis der Julius-Riemer-Sammlung ist in Kooperation mit den Städtischen Sammlungen der Lutherstadt Wittenberg in der Lage, mit einer Reihe von qualitätvollen Objekten aus der bedeutenden Berliner Sammlung Rainer Greschik einen sonst nur selten möglichen, repräsentativen überblick über Formen- und Themenkanon dieser Kunst zu geben.

Die Ansiedlungen der in einer führerlosen Gesellschaft lebenden Lobi bestehen traditionell aus wehrhaft wirkende "Lehmburgen", die in verschiedenen Geistwesen gewidmeten Außenschreinen und in besonderen Schreinräumen neben anderen kultischen Gegenständen Holzfiguren (Bateba) enthalten, die ihren Eigentümer vor Zauberei und anderen übernatürlichen Gefahren bewahren sollen. Die Ausstellung zeigt eine systematische Auswahl von Bateba typischer Werkgruppen aus namhaften Werkstätten.

Den Ausstellungsflyer können Sie hier lesen bzw. herunterladen.



12.02.2016

"Frauenpower - von Westafrika bis Südostasien" - Mutimediavortrag

Plakat Der Freundeskreis Julius-Riemer-Sammlung e.V. lädt Sie ein zu einer Multimediashow der professionellen Filmemacher und Fotografen Anett und Michael Rischer mit dem Titel "Frauenpower - von Westafrika bis Südostasien" am Freitag, den 18. März 2016 um 18 Uhr im Cafe "Augustinus", An der Stadthalle 2, in Wittenberg.

Gehen Sie mit auf eine faszinierende Reise und besuchen Sie Frauen zwischen West-Afrika und Südost-Asien. Die Frauen in Benin und in Burkina-Faso leben in Lehmburgen. In äthiopien haben die Tigray und die Amhara einen 16 Stunden-Tag. Die Himba in Namibia leben noch wie früher in Rundhütten. Bei den Beduinen im Oman bestimmen auf dem Tiermarkt Frauen die Preise. In Myanmar tragen die Frauen der Padaung schwere Halsringe aus Messing und auf dem Tonla-See Kambodschas spielt sich das ganze Leben auf dem Wasser ab. In Uganda kämpfen die Frauen mit dem Erbe des Bürgerkrieges. Erleben Sie den Umzug zum Frauentag in Kamerun, oder Frauen der Pygmäen im Urwald - Abwechlung ist garantiert.

Der exotische Imbiss, der in der Pause gereicht wird, bietet je einen afrikanischen und südostasiatischen Eintopf zur Wahl.

Mit der Veranstaltung wollen wir einerseits an die vielfältigen Zeugnisse fremdländischer Kultur in der völkerkundlichen Sammlung von Julius Riemer erinnern, andererseits einen Beitrag zur Völkerverständigung und zur Akzeptanz anderer Kulturen leisten.

Karten für die Veranstaltung erhalten Sie zum Preis von 12€ im Vorverkauf über den Freundeskreis (Email freundeskreis@riemer-museum.de, Telefon: 03491 877888) sowie an der Abendkasse.



20.10.2015

"Faszination Afrika" - Mutimediavortrag

Afrika Der Freundeskreis Julius-Riemer-Sammlung e.V. lädt Sie ein am 14. November 2015 um 18.00 Uhr in die Studiobühne der Phönix Theaterwelt Wittenberg zu einer Multimediashow der professionellen Filmemacher und Fotografen Anett und Michael Rischer, zu der wir auch afrikanische Freunde aus Burkina Faso eingeladen haben, die den Vortrag live mit afrikanischer Musik umrahmen. In der Pause steht ein echt afrikanischer Imbiss bereit. Mit der Veranstaltung soll einerseits an die vielfältigen Zeugnisse afrikanischer Kultur in der völkerkundlichen Sammlung von Julius Riemer erinnert, andererseits ein Beitrag zur Völkerverständigung und zur Integration geleistet werden.

Karten für die Veranstaltung erhalten Sie zum Preis von 12€ an der Abendkasse sowie im Vorverkauf über den Freundeskreis (Telefon: 03491 877888, Email: freundeskreis@riemer-museum.de), an der Vorverkaufskasse des Theaters und online über die Webseite des Theaters http://theater-wittenberg.de.

Anett und Michael Rischer reisten mit einem Overland-Truck durch das südliche Afrika. Beginnend in Namibia geht die Reise zunächst zu den Buschleuten im nahen Botswana - den San in der Kalahari-Wüste. Das Okawango-Delta in Botswana bietet eine einzigartige Flora und Fauna und ist am besten in hölzernen Einbäumen zu erkunden. Danach sind die größten Elefantenherden der Welt im Chobe-Nationalpark Ziel der Entdeckungsreise. Nach Simbabwe mit den gewaltigen Viktoriafällen sind es nur wenige Kilometer Fahrt. über den schmalen Caprivi-Streifen geht es nach Namibia. Mehrere Nationalparks laden ein, die reiche Tierwelt zu beobachten. Höhepunkt ist in Namibia natürlich der Etoscha-Nationalpark mit fast allem, was Afrikas Tierwelt zu bieten hat. über die uralten Felszeichnungen von Twyfelfontain geht die Schotterpiste zum Himba-Volk, bekannt durch ihre naturnahe Lebensweise und die unverwechselbare Haartracht. Südlich des Kaokofeldes wartet die älteste Wüste der Welt - die Namib. Die Fahrt geht weiter durch das Sandmeer bis zum Deathvlei und lernen die Faszination dieser Landschaft kennen. Das Ende von 5.500 Kilometer Fahrt beschließt die fast deutsch anmutende Hafenstadt Swakopmund.



15.09.2014

Ein schwieriges Erbe -
menschliche Gebeine in Museumssammlungen

Der Freundeskreis Julius-Riemer-Sammlung e.V. lädt im Rahmen seiner Veranstaltungsreihe am 26. September um 17 Uhr zu einem Vortrag von Dr. Christine Schlott, Mitarbeiterin der Staatlichen Ethnologischen Sammlungen Sachsen, in das Evangelische Forschungsheim Wittenberg, Wilhelm-Weber-Straße 1a ein. Der Eintritt ist kostenfrei.

Das Dresdner Völkerkundemuseum hat eine große Sammlung menschlicher Schädel und Skelette, die am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jh. gesammelt wurden, um unter anderem "Rassen"zugehörigkeit und Wanderungsbewegungen der Völker zu erforschen. Darunter gibt es auch eine Sammlung von Maori-Gebeinen aus Neuseeland.
Die Regierung Neuseelands unternimmt große Anstrengungen, um die Gebeine der Maori und Moriori, der Bewohner der Neuseeland vorgelagerten Chatham-Inseln, zurück ins Land zu holen. In diesem Zusammenhang wurden Restitutionswünsche auch an das Dresdner Museum herangetragen.

Christine Schlott arbeitete zwei Monate mit dem Repatriierungsteam des Te Papa Museums, um deren Arbeitsweise und Motivation kennenzulernen. In dieser Zeit konnte sie selbst an einer Repatriierungszeremonie teilnehmen, als Schädel und Skelette und auch so genannte Toi Moko, präparierte Köpfe von Maori, aus Großbritannien und Irland an Neuseeland zurückgegeben wurden. In ihrem Vortrag wird sie über die Problematik menschlicher Gebeine in Museumssammlungen sowie ihre Erfahrungen aus Neuseeland sprechen.

Auf dem Foto ist der Eingang zum Marae im Museum of New Zealand Te Papa Tongarewa in Wellington abgebildet. Als Marae wird eigentlich der Platz vor dem traditionellen Versammlungshaus der Maori bezeichnet, auf dem Gäste begrüßt werden und auf dem man sich trifft um wichtige Angelegenheiten zu diskutieren. Der Marae des Te Papa Museums wird für Zeremonien und Veranstaltungen aller Art genutzt, zum Beispiel auch für die zeremonielle Begrüßung der zurückerhaltenen Schädel und Gebeine von Maori.


13.05.2014

Baumführung in den Wittenberger Parkanlagen

Blutbuche Der Freundeskreis Julius-Riemer-Sammlung e.V. lädt für Samstag, den 31. Mai 2014 zu einer kleinen Wanderung durch den Schloss- und den Stadtpark ein.
In den Parkanlagen der Lutherstadt Wittenberg als Ort der Entspannung und Erholung sind neben imposanten Baumriesen mit Geschichte auch exotische Kostbarkeiten zu finden. Herr Fanke, Leiter der Fachgruppe Botanik des Kulturbundes Wittenberg, zeigt vorwiegend dendrologische Raritäten, die in den ehemaligen Wallanlagen zu finden sind. Wie schon im ersten Teil der Veranstaltung vor einem Jahr, als die nördliche Seite besichtigt wurde, wird er wieder viele geschichtliche und botanische Details über Bäume und Sträucher zu berichten wissen.
Interessenten treffen sich am 31. Mai um 10 Uhr vor der Wittenberg-Information am Schlossplatz. Die Teilnahme ist kostenfrei.


15.04.2014

Julius Riemers Nachfolger:
Sammler außereuropäischer Kunst im 21. Jahrhundert

Zu diesem Thema berichtet der Berliner Ethnologe Nils Seethaler am 25. April 2014 um 18.00 Uhr im Kirchlichen Forschungsheim Wilhelm-Weber-Straße 1a im Rahmen der Vortragsreihe des Freundeskreises Julius-Riemer-Sammlung e.V..
Vor dem Hintergrund der Planungen zur Neupräsentation der Julius-Riemer-Sammlung in Wittenberg stellt der Vortrag die lebenden Kollegen Julius Riemers vor: Privatsammler afrikanischer und ozeanischer Artefakte und gibt Einblicke in ihre Sammlungen. Erneut geht es um die Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Sammelns und Präsentierens außereuropäischer Kunst und Ethnografika. Dabei werden nicht nur Sammlungskonzepte erläutert, sondern auch Einblicke in den internationalen Kunstmarkt gegeben. Abschliessend wird auch die gegenseitige Beeinflussung von Privatsammler und öffentlichen Museen beschrieben und so eine Brücke zur Geschichte des Julius-Riemer-Museums geschlagen.


26.01.2014

Episoden aus der Biografie von Julius Riemer

Julius und Charlotte RiemerDie Wittenberger Autorin Renate Gruber-Lieblich, bekannt durch gründliche Recherchen, ist seit einigen Jahren in Deutschland unterwegs um das Leben und Wirken des Berliner Fabrikanten Julius Riemer zu erforschen. Auf Grund ihrer Forschungsergebnisse hat sie vor 2 Jahren begonnen, sich vehement gegen die Schließung des Natur -und Völkerkunde Museums in Wittenberg zu wehren. Noch sind die Recherchen nicht abgeschlossen, jedoch wird die Autorin, auf grund der vielen Nachfragen, am 7. Februar 2014 um 17.00 Uhr im Malsaal der Lucas Cranach-Stiftung im Rahmen der Vortragsreihe des Freundeskreises Julius-Riemer-Sammlung e.V. erste Einblicke in ihr Buch über Julius Riemer geben. An dem Abend werden aus Berlin auch die Enkelin und Urenkelin Riemers dabei sein, was eine interessante Gesprächsrunde verspricht.


19.11.2013

Schirmherr des Freundeskreises stellte sich in Wittenberg vor

Am Freitag, dem 8. November, stellte sich der international bekannte Biologe Professor Carsten Niemitz mit einem Vortrag zur "Evolution von Sprache und Schrift" den Wittenbergern erstmals vor. Der Primatenexperte, der auch als Anatom und Kriminologe von sich reden macht, gab anschauliche Einblicke in sein reiches Forscherleben, um einen Bogen von Themen der Sammlung über solche der Verhaltensforschung hin zu evolutionsbiologischen Tatsachen zu schlagen. Unabhängig von der realen Entwicklung der Schrift, so eines der überraschenden Ergebnisse, habe sich die Anlage zur schriftlichen Kommunikation im Laufe der Evolutionsgeschichte deutlich früher ausgeprägt als diejenige zur mündlichen Verständigung. Der Vortrag bot im bis auf den letzten Platz besetzten Saal des Kirchlichen Forschungsheimes reichlichen Stoff für eine angeregte Diskussion. Professor Carsten Niemitz wird dem Freundeskreis Julius-Riemer-Sammlung e. V. als Schirmherr weiterhin verbunden bleiben.


20.10.2013

Ehrung zum 100. Geburtstag von Charlotte Riemer

Anlässlich des 100. Geburtstages von Charlotte Riemer trafen sich auf Initiative ihres Neffen, Prof. Harald Schutze, Weggefährten und Freunde des Riemer-Museums an ihrem Grab, um sich voller Dankbarkeit und mit liebevollen Worten an sie zu erinnern. Charlotte, die selbst kinderlos war, hatte zu Lebzeiten zu Verwandten, vor allem zu ihrem Neffen, Professor Harald Schultze, einen guten Kontakt. Prof. Schultze war trotz seiner 82 Jahre extra aus Magdeburg angereist, um mit dem Freundeskreis "Julius-Riemer-Sammlung" e. V. gemeinsam dieses Jubiläum zu würdigen. Er sprach ehrende Worte des Gedenkens am Grab von Charlotte und Julius Riemer. Für den Freundeskreis sprach Klaus Glöckner aus Leipzig, engster Mitarbeiter und Vertrauter von Charlotte Riemer, und erinnerte ebenfalls an ihr Lebenswerk. Auch Herr Wurda, Leiter der Städtischen Sammlungen und in dieser Funktion mitverantwortlich für das Erbe der Riemers, legte als Vertreter der Stadt Wittenberg ein Gebinde nieder.

Gedenkfeier anläßlich des 100. Geburtstages von Charlotte Riemer

Nach der Gedenkveranstaltung gab es im "Haus des Handwerks" bei Kaffee und Kuchen noch viel über Charlotte (alle nennen sie "Charlotte" - und das ist in diesem Fall eine ganz besondere Respekts- und Anerkennungsbezeichnung) zu erzählen. Prof. Schultze hatte früher als Theologieprofessor gelegentlich dienstlich in Wittenberg zu tun. Er nutzte die Gelegenheit gern, dann immer auch bei ihr vorbei zu schauen. Er klärte uns über die exakten Verwandtschaftsbezieh- ungen auf und schilderte Details aus dem Leben der Familie Mathieu. Er begrüßte das Engagement des Freundeskreises und versprach, Unterstützung bei dessen weiteren Bemühungen zu geben.

Renate Gruber-Lieblich, die vor fast drei Jahren die Bürgerinitiative zur Rettung des Riemer-Museums ins Leben gerufen hatte, war aus ihrer neuen Heimat Schönebeck angereist. Sie konnte ebenfalls viel erzählen und las aus alten Briefen Charlottes vor. Immer wieder wurde darauf verwiesen, dass Charlotte Riemer nicht nur die Arbeit ihres Mannes fortgesetzt hat, sondern gemeinsam mit ihrem treuen Mitarbeiter, Klaus Glöckner, aus der Sammlung das Riemer-Museum erst didaktisch aufbaute. Julius Riemer wollte am liebsten alle seine Sammlungsstücke zeigen. Doch er hatte wohl erkannt, dass ihre Ideen der Präsentation besser waren, denn er ließ ihr schon zu Lebzeiten immer mehr freie Hand bei der Gestaltung.

Natürlich sprachen wir auch darüber, wie es weitergehen könnte, damit das Lebenswerk von Charlotte und Julius Riemer in angemessener Form erhalten bleibt. Die Idee, die Sammlung zu digitalisieren und der Stadt als Verein dabei auch ehrenamtlich Unterstützung zu geben, wurde wieder angesprochen. Neu war der Gedanke, das Lebenswerk von Charlotte Riemer auch damit zu ehren, eine Straße nach ihr zu benennen. Unter den Menschen, die in der Stadt auch nach ihrem Tod besonders gewürdigt werden, sind bisher kaum Frauen und Straßen, die nach historischen Frauen benannt sind, kann man in der Stadt an einer Hand abzählen. Vielleicht sollte das ein Anlass sein, über diesen Vorschlag einmal nachzudenken. Schließlich war Charlotte Riemer in ihrer Zeit die "prominenteste Frau in Wittenberg", wie Renate-Gruber-Lieblich berichtete.


01.10.2013

"Europäische Sammler außereuropäischer Kunst"

Afrikanische Kunstgegenstände Im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe hält am Freitag, den 11. Oktober 2013 um 18.00 Uhr der Berliner Ethnologe Nils Seethaler im Kirchlichen Forschungsheim Wittenberg Wilhelm-Weber-Straße 1 einen Vortrag zum Thema "Europäische Sammler außereuropäischer Kunst". Der Eintritt ist frei. Vielfältigen Bemühungen ist es zu verdanken, dass Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts europaweit große öffentliche und private Sammlungen von völkerkundlichen Objekten entstanden. Das gesellschaftliche und politische Umfeld, in dem diese und ähnliche Sammlungen entstanden, die Motive des ethnologischen Sammelns jener Zeit und die Strategien, mit denen die Sammler ihre Stücke zusammentrugen, bilden den Ausgangspunkt für die für unsere Stadt wichtige Fragestellung, wie eine Sammlung wie diejenige von Julius Riemer auch im 21. Jahrhundert noch ihren ursprünglichen Forschungs- und Bildungszweck erfüllen kann.


09.10.2013

Freundeskreis der Julius-Riemer-Sammlung schlägt erneut Nachberufung von Naturwissenschaftlern und Ethnologen in den Wissenschaftlichen Beirat vor

Nachdem die Planung des zweiten Obergeschosses des Zeughauses mit der neuen natur- und völkerkundlichen Ausstellung erst vor kurzem in Angriff genommen worden ist, viele fachliche Fragen naturgemäß noch ungeklärt sein dürften und der Wissenschaftliche Beirat zur Neuordnung der Museumslandschaft das Gesamtkonzept nach seiner Fertigstellung noch einmal begutachten möchte, den Planungsprozess also noch über weitere Monate begleiten wird, ist es spätestens jetzt geboten, auch die Fachleute an der Diskussion zu beteiligen, deren Arbeitsfelder die Sammlungsschwerpunkte der Riemer-Sammlung sind - so wie umgekehrt die Begutachtung der Planungen zur stadtgeschichtlichen Ausstellung selbstverständlich Historikern, Kunst- und Rechtshistorikern übertragen werden musste.

Wir haben deshalb dem Oberbürgermeister und dem als Geschäftsbereichsleiter zuständigen Bürgermeister in der vergangenen Woche vorgeschlagen, so schnell wie möglich entsprechende Fachleute in den Wissenschaftlichen Beirat nachzuberufen, und zwar noch vor dessen nächster Sitzung, die dem Vernehmen nach noch im Herbst stattfinden soll. Wir schlagen vor:

1. Prof. Dr. Carsten Niemitz, Zoologe, Anthropologe und Evolutionsbiologe, zuletzt an der Freien Universität Berlin, der sich im November als Schirmherr unseres Vereins vorstellen wird: Seine breit gefächerten Arbeitsfelder decken sich zu weiten Teilen mit Riemers Sammlungsschwerpunkten und museumspädagogisch erstrangigen Aufgaben der neuen Ausstellung.

2. Dr. Birgit Scheps-Bretschneider, kommissarische Direktorin des GRASSI-Museums für Völkerkunde zu Leipzig, einer der größten und bedeutendsten völkerkundlichen Sammlungen Deutschlands und Europas.

3. Dr. Frank D. Steinheimer, Leiter des Zentralmagazins Naturwissenschaftlicher Sammlungen und Projektleiter des entstehenden Naturkundlichen Universitätsmuseums der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, das einmal das bedeutendste Naturkundemuseum Sachsen-Anhalts sein wird.

. Dr. Uwe Zuppke, Ornithologe und Ichthyologe, anerkannter Fachmann für die heimische Fauna und seit vielen Jahren im Naturschutzwesen des Bezirkes Halle und des Landes Sachsen-Anhalt tätig. Für einen wünschenswerten thematischen Schwerpunkt zur heimischen Natur halten wir seine Mitarbeit für unersetzlich.

Die Expertise dieser Fachwissenschaftler steht sicherlich aus Sicht aller Beteiligten vollkommen außer Frage. Sie repräsentieren das Interesse der Wittenberger und der auswärtigen Fachöffentlichkeit an unserer natur- und völkerkundlichen Sammlung und den Willen zu einer sachlichen und an wissenschaftlichen Prämissen orientierten Diskussion. Ihr Rat wäre nicht nur ein Gewinn für die Riemer-Sammlung, für die wir uns einsetzen: Ihre Beteiligung wäre auch geeignet, das Ansehen der Städtischen Sammlungen insgesamt erheblich aufzuwerten.


17.08.2013

"Reisegeschichten aus der Südsee"
im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe

Samoa-KanuAm Freitag, den 20. September 2013 um 18.00 Uhr liest Frau Dr. Birgit Scheps-Bretschneider im Kirchlichen Forschungsheim Wittenberg Wilhelm-Weber-Straße 1 aus ihrem bisher unveröffentlichten Buch. Der Eintritt ist frei.

Dr. Birgit Scheps-Bretschneider ist Kustodin für Australien und Ozeanien am Museumfür Völkerkunde zu Leipzig und bereist die Region seit vielen Jahren. Auf der Lesung wird sie bisher unveröffentlichte Episoden präsentieren, die ihre wissenschaftliche Publikationstätigkeit ergänzen.



29.05.2013

Vorschlag zu Leitstücken als Wegweiser auf die neu einzurichtenden naturkundlichen und ethnologischen Ausstellungsteile

Nachdem von der Leipziger Agentur kocmoc.net im Auftrag der Stadtverwaltung intensiv am Drehbuch für die im Zeughaus neu entstehende Ausstellung gearbeitet wird und sich das städtische und überörtliche Interesse an den von Julius Riemer begründeten Sammlungen in einem Freundeskreis zusammenzufinden beginnt, begrüßt es der Freundeskreis ausdrücklich, dass die Stadtverwaltung die Bürger der Stadt in den Gestaltungsprozess miteinbeziehen möchte. Der Freundeskreis freut sich auf eine breite und konstruktive Diskussion der Ausstellungsinhalte und des damit verbundenen künftigen Sammlungsbetriebes.

Die Ausstellung besonders bemerkenswerter und identitätsstiftender Exponate im Erdgeschoss des Zeughauses sollte thematisch nicht von der Einrichtung der Dauerausstellung getrennt werden. Der Freundeskreis schlägt vor, die Auswahl der im Erdgeschoss zu präsentierenden Stücke von den Themen der Ausstellung abhängig zu machen, also Wegweiser zu den einzelnen thematischen Bereichen zu installieren, die als Einzelstücke geegnet sind, einen Einstieg in das jeweilige Thema zu illustrieren.

So sind für die naturkundliche Dauerausstellung thematische Bereiche wie etwa "Evolution", "heimische Natur", "Mensch und Umwelt" und "systematische Zoologie" denkbar, Themen wie "soziale Organisation", "Nahrungsbeschaffung und -zubereitung", "Krieg", "Religion und Totenkult" oder eine regionale Darstellungsfolge in der ethnologischen Dauerausstellung. Dort, wo die Beleglage es zulässt, könnte in der ethnologischen Ausstellung darüber hinaus die partiell einzelne Bereiche der städtischen Sammlungen zusammenfassende Aufhebung des Gegensatzes von (exotischer) Völkerkunde und (einheimischer) Volkskunde nach dem Vorbild der wissenschaftlichen Ethnologie überraschende und neue Sichtweisen ermöglichen. In jedem Fall wird vor einer endgültigen Entscheidung über eine Dauerausstellung eine neue Sichtung der Sammlung durch Spezialisten der jeweiligen Fächer notwendig sein, um die Möglichkeiten verschiedener Konzepte zu eruieren und darauf aufbauend Vorschläge für Ergänzungen der Sammlungen, Kooperationen mit anderen Einrichtungen und Themen für Forschungsanträge zu erarbeiten. Das ist auch deshalb sinnvoll, weil bisher nur kleiner Teil der Sammlungen ausgestellt werden konnte, eine neu einzurichtende Dauerausstellung aber den Gesamtbestand der Sammlung im Blick haben sollte.

Dieser Idee folgend wäre vorstellbar, als Vertreter einer in manchen Museen zu besichtigenden Galerie der vergleichenden Anatomie in einem Bereich "systematische Zoologie" das bisher nur im Magazin aufgestellte und außerordentlich seltene Skelett des ausgerotteten Riesenalks zu präsentieren, als Bindeglied zu einer paläontologisch-archäologischen Abteilung vielleicht die (ebenfalls bisher magazinierten) Reste eines Höhlenbären. Auf einen Bereich "Evolution" könnten Vertreter eines exotischen Taxons wie das Schnabeltier und der Ameisenigel (für die Kloakentiere) hinweisen, auf die heimische Natur der emblematische Elbebiber, auf einen Bereich "Mensch und Umwelt" etwa ein Paradiesvogel gemeinsam mit daraus gefertigtem Schmuck. Unter den Stücken der ethnologischen Sammlung sind beispielsweise ein afrikanischer Häuptlingssitz ("soziale Gliederung"), dazu eine der Malangan-Schnitzereien oder eine Tatanua-Maske aus Neuirland und dazu der Reliquiar-Aufsatz der Kota oder eine der afrikanischen Masken - der Pende, der Ekoi oder die Büffelmaske mit Tanzkostüm aus dem Kameruner Grasland - ("Religion und Totenkult") als Wegweiser in entsprechende Sammlungsteile denkbar. Zudem sollte Julius Riemer als Begründer und Stifter der natur- und völkerkundlichen Sammlungen in der Stadt angemessen gewürdigt werden.

Losgelöst von einer konzeptionellen Diskussion besitzen derartige Vorschläge selbstverständlich nur einen eingeschränkten Wert. Der Freundeskreis hat ein großes Interesse am Gelingen der neuen Ausstellung, und ist bereit, den unter seinem Dach versammelten Sachverstand in die Diskussion einzubringen.


Dendrologische Parkwanderung29.05.2013

ParkbaumIm Rahmen unserer Veranstaltungsreihe organisieren wir am Sonnabend, dem 15. Juni eine dendrologische Parkwanderung durch die Wittenberger Wallanlagen. Interessenten treffen sich um 10 Uhr an der Stadtinformation gegenüber der Schlosskirche. Die ca. zweistündige Führung unter fachkundiger Leitung geht voraussichtlich über den Casinoberg bis zum Eunike-Denkmal, dann zurück über die Schloss-Parkanlagen und endet im neuen Luthergarten an der Andreasbreite.
Die Veranstaltung ist kostenfrei.


Vortragsveranstaltung am 12. April02.04.2013

Der Freundeskreis Julius-Riemer-Sammlung setzt seine Arbeit mit einer weiteren Vortragsveranstaltung am 12. April 2013 um 19.00 Uhr im Kirchlichen Forschungsheim Wittenberg Wilhelm-Weber-Straße 1 fort.

Die Sammlung Julius Riemer im europäischen Vergleich: Potentiale einer besonderen Sammlungsform.
Referent: Nils Seethaler Ethnologe (Berlin)


RiemerDie Julius-Riemer-Sammlung verfügt über herausragende Bestände zur Natur- und Völkerkunde. Ausgehend von dieser in der gegenwärtigen Museumslandschaft Deutschlands nicht selbstverständlichen Mischung will der Vortrag gedankliche Anstöße zur künftigen Neupräsentation eines Nebeneinanders verschiedener thematischer Bereiche liefern. Dazu wird zunächst ein überblick über die europäische Sammlungs- und Forschungsgeschichte gegeben, um anschließend anhand vergleichbarer Sammlungen in Deutschland und Europa aktuelle Konzepte der gemeinsamen Präsentation naturkundlicher und völkerkundlicher Sammlungsgegenstände vorzustellen. Der Eintritt ist wie immer frei. Freiwillige Spenden für die Arbeit des Freundeskreises sind willkommen.


Bürgerinitiative ist jetzt Verein17.03.2013

Am Sonnabend, dem 16. März, hat sich aus der ehemaligen Bürgerinitiative Riemer-Museum ein "Freundeskreis Julius-Riemer-Sammlung Wittenberg" gegründet. Zu den Gründungsmitgliedern zählen neben Mitstreitern der im Freundeskreis aufgehenden Bürgerinitiative unter anderem Nachfahren Julius Riemers ebenso wie auswärtige Fachleute, darunter auch Klaus Glöckner, langjähriger Mitarbeiter und Direktor des Riemer-Museums. Der erste Vorstand wird von Michael Solf als Vorsitzendem und Dr.-Ing. Rudolf Wasmeier als stellvertretendem Vorsitzenden geleitet. Zweck des Vereins ist laut am Sonnabend verabschiedeter Satzung die ideelle und materielle Förderung der von Julius Riemer begründeten, in erster Linie naturkundlichen und ethnologischen Sammlung als Teil einer vielfältigen Kultur-, Ausstellungs-, Bildungs- und Forschungslandschaft in Wittenberg. Der Freundeskreis möchte als Bindeglied zwischen interessierten Bürgern und der Sammlung dienen, sich für die öffentliche Diskussion ihrer Ziele einsetzen und dabei mithelfen, das Potential der Sammlung fester im Bewusstsein der Stadt zu verankern und in die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Strukturen von Stadt und Kreis Wittenberg einzubinden.

Interessierte sind herzlich eingeladen, sich dem Freundeskreis anzuschließen. Der Jahresbeitrag beläuft sich auf 12 Euro.


Die Vortragsreihe wird am 8. Feb. fortgesetzt28.01.2013

Weißstorch an der Wendel

Wie angekündigt, führen wir die begonnene Serie von Vortragsveranstaltungen weiter. Der nächste Lichtbildervortrag, zu dem wir Sie herzlich am Freitag, den 08. Februar 2013 um 19.00 Uhr ins Kirchliche Forschungsheim einladen, wird von Herrn Dr. Uwe Zuppke gehalten und beschäftigt sich mit der artenreichen Tierwelt der Elbaue um Wittenberg.

Dr. Uwe ZuppkeDr. Uwe Zuppke wurde 1938 in Wittenberg geboren. Seit seiner Kindheit interessierte er sich für die Tiere seiner Heimat, aber auch in fremden Ländern. Schon als Kind beobachtete er in seiner Freizeit in seiner Heimatstadt Wittenberg und deren Umgebung die artenreiche Tierwelt und sammelte seit 1953 Angaben über ihr Vorkommen. Er studierte Landwirtschaft und promovierte an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg über die Auswirkungen der Intensivierung der Landwirtschaft auf die Vogelwelt.

Dank seiner langjährigen Erfahrungen und detaillierten Kenntnisse der heimischen Fauna konnte er als Leiter der Fachgruppe Ornithologie und Vogelschutz, als Leiter der Bezirksarbeitsgruppe Artenschutz und als Leiter der Bezirksarbeitsgruppe Ichtyofaunistik bedeutend zum Natur- und Umweltschutz beitragen. Er ist Autor und Mitautor zahlreicher bedeutender wissenschaftlicher Veröffentlichungen über die verschiedensten Tiergruppen, besonders die Fisch- und Vogelwelt Sachsen-Anhalts sowie zweier Kinderbücher.

Titelbild "Die Aue der Biber, Störche und Urzeitkrebse"In einem seiner Bücher über das Gebiet der Mittelelbe "Die Aue der Biber, Störche und Urzeitkrebse" schreibt er:
"Unmittelbar südlich der Lutherstadt Wittenberg mit ihren emporragenden Türmen der Schloss- und Stadtkirche, dem Rathaus und dem Lutherhaus, erstreckt sich eine offene, ebene Landschaft, die vom Frühjahr bis zum Herbst vom Grün weiter Wiesen beherrscht und vom mächtigen Strom der Elbe durchflossen wird. .......... Die Regulierung des Elbelaufes mit seiner Eindeichung und die Nutzung der Landschaft mit der Rodung der Auwälder und der Umwandlung des Grünlandes in Ackerland haben eine Kulturlandschaft geschaffen, in der größere Teile wertvoller Lebensräume verloren gegangen sind, in der andererseits aber große Offenland-Lebensräume entstanden sind, die ohne Nutzung nicht bestehen bleiben würden. Insgesamt ist die Elbaue trotz dieser Einschränkung eine naturnahe Flussaue mit großer Bedeutung für eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt."

Lassen Sie sich überraschen - sein Vortrag "Das Mittelelbegebiet bei Wittenberg als Refugium einer artenreichen Tierwelt" im Kirchlichen Forschungsheim Wilhelm-Weber-Straße 1 wird bestimmt spannend und lehrreich sein. Der Eintritt ist frei.

Falls gewünscht, können Sie hier den Veranstaltungsflyer herunterladenFlyer


Workshop mit sehr positivem Ergebnis 06.12.2012

Der am 16. November 2012 unter Beteiligung namhafter Vertreter mitteldeutscher Museen und Universitäten, Vertretern der Stadtratsfraktionen und der Stadtverwaltung von der Bürgerinitiative durchgeführte Workshop "Perspektiven der Riemer-Sammlung Wittenberg" ist sehr erfolgreich zu Ende gegangen und läßt auf eine weitere Annäherung zwischen Stadtverwaltung, Stadtrat und Bürgerinitiative und zukünftige kooperative Zusammenarbeit hoffen. Nähere Informationen sind aus dem Resümee der Veranstaltung zu entnehmen.

Damit ist allerdings erst ein Anfang gemacht. Weitere Workshops mit Experten und Beteiligten sind geplant. Darüber hinaus wird sich die Bürgerinitiative noch im Jahr 2012 in einen Förderverein umorganisieren. Interessenten an einer Mitarbeit melden sich bitte unter unserer Emailadresse buergerinitiative@riemer-museum.de oder telefonisch bei Dr. Rudolf Wasmeier 03491 877888.

Weitere Informationen zum Workshop finden sich auch in einem Beitrag von Markus Wagner in der Mitteldeutschen Zeitung vom 06.12.2012.


Workshop 12.11.2012

Für Mitte November hat die Bürgerinitiative einen Workshop "Perspektiven der Riemer-Sammlungen Wittenberg" mit namhaften Vertretern verschiedener auswärtiger Institutionen geplant. Erfreulicherweise hat sich in den letzten Monaten das Diskussionklima rund um den Umgang mit den Riemer-Sammlungen sehr verbessert. Es ist uns gelungen, die Fraktionsvorsitzenden des Stadtrates zu gewinnen, den Workshop durch Mitunterzeichnung der Einladungen und aktive Teilnahme zu unterstützen. Neben den Experten und Vertretern der Stadtratsfraktionen sind auch Vertreter der Stadtverwaltung zum Workshop eingeladen.


Flyer Neuguinea

Wir machen keine Sommerpause

Nach der Veranstaltung der Bürgerinitiative im März diesen Jahres haben wir nicht die Hände in den Schoß gelegt:

- Ab September wird die begonnene Veranstaltungsreihe zur Sammlung und zur Person Julius Riemer mit attraktiven Themen fortgesetzt.
Am Donnerstag, den 20. September um 19.30 Uhr wird Frau Dr. Scheps vom Grassi-Museum Leipzig zu einem völkerkundlichen Thema sprechen. Veranstaltungsort ist das Kirchliche Forschungsheim in der W.-Weber-Straße 1A.
Dr. Nils Seetaler von der Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte hat zugesagt, einen Vortrag zum Thema "Kunst aus Australien und Ozeanien in der Sammlung Riemer" zu halten. Der Termin muss noch abgestimmt werden.

- Die Bürgerinitiative trifft sich regelmäßig mindestens einmal im Monat. Die Treffen sind öffentlich. Das nächste Treffen findet am 16. August ab 17 Uhr im Kulturbund in der Lutherstraße 41 statt.

- Für die geplante Gründung eines Fördervereins werden interessierte Bürger gesucht. Interessenten können über die Emailadresse buergerinitiative@riemer-museum.de oder Telefon 03491 877888 (Dr. Rudolf Wasmeier) Kontakt mit der Bürgerinitiative aufnehmen.

- Inzwischen besteht auch die Möglichkeit über die Webseite der Bürgerinitiative www.riemer-museum.de einen Newsletter zu abonieren, der aktuell über die konkreten Ereignisse und die Veranstaltungen informiert.


Bürgerforum am 27.03.2012

Für den 27. 3. 2012 hatte die Bürgerinitiative zu einer öffentlichen Veranstaltung ins KTC eingeladen, in der es um interessante Details aus dem Leben von Julius Riemer, vor allem aus der Zeit zwischen 1933 und 1945 ging. Hierfür waren zwei Referenten aus Bonn bzw. Goslar eingeladen worden.

Der Vortrag von Dr. Hutterer, Kurator am Zoologischen Forschungsmuseum "Alexander König" Bonn trug den Titel
"Die Tagung der Deutschen Säugetiergesellschaft 1934 in Wittenberg - Beginn der Freundschaft zwischen dem Pfarrer und Ornithologen Dr. Kleinschmidt und Julius Riemer" .

Dr. Friedhard Knolle von der Arbeitsgemeinschaft für Karstkunde Harz e.V. und Verband der Deutschen Höhlen- und Karstforscher e.V. aus Goslar sprach über
"Julius Riemer und die Höhlenforschung zu Zeiten des Nationalsozialismus".

Weitere Details der Veranstaltung werden ausführlich in einem Leserbrief von Brunhild Krüger an die MZ geschildert, der hier zu finden ist.

Das für den Vortrag verwendete Bildmaterial sowie einen als Broschüre verteilten Vorabdruck eines Artikels zum Thema "Julius Riemer und die Höhlenforschung" können Sie als pdf-Datei herunterladen.

Unter den rund sechzig Besucher waren auch der ehemalige Leiter des Riemer-Museums, Klaus Glöckner, der Bürgermeinster der Stadt Wittenberg, Thorsten Zugehör, sowie mehrere Stadträte.

Zwar war auch an diesem Abend noch immer von dem gegenseitigen Misstrauen zwischen Stadt und BI etwas zu spüren, doch dürften die interessanten Informationen und die anschließende Diskussion als wesentlicher und wichtiger Schritt hin zu einer Versachlichung und gegenseitigen Verständigung von Stadt und BI beigetragen haben.

Der nächste Schritt der Bürgerinitiative sollte sein, konkrete Vorschläge einzubringen, wie sie ggf. die Stadt bei der weiteren Betreuung sowie der wissenschaftlichen und öffentlichen Nutzung dieser kostbaren Schätze unterstützten kann.


Erklärung der Fraktion DIE LINKE

In der vergangenen Stadtratssitzung am 29.02.2012 hat die Fraktion DIE LINKE eine Erklärung zur Provenienzforschung Riemer-Sammlung abgegeben und in der "Brücke" vom 08.03.2012 veröffentlicht.

Zur Erklärung

Wem nützt die Geheimniskrämerei?

Bereits seit längerer Zeit gehen in Wittenberg Gerüchte um wie "Riemer war in der NS-Zeit Angehöriger der SS", "Riemer war SED-Mitglied" oder "Riemer hat sich an jüdischem Eigentum bereichert". Spricht man hochrangige Vertreter der Stadtverwaltung darauf an, werden diese Gerüchte dementiert oder auf die laufende so genannte Provenienzforschung verwiesen, zu der nach der Washingtoner Erklärung von 1998 alle Museen aufgerufen sind, um die Herkunft von Kulturgütern einwandfrei zu klären und ggf. widerrechtlich in Besitz befindliche Kulturgüter an die tatsächlichen Eigentümer zurückzugeben.

Diese Provenienzforschung ist ohne Zweifel auch für die Natur- und Völkerkunde-Sammlung "Julius Riemer" notwendig und wichtig. Auch uns als Bürgerinitiative kann nur daran gelegen sein, die Integrität der Person und der Sammlung "Julius Riemer" zu untermauern. Durch eigene Recherchen konnten wir uns überzeugen, dass Julius Riemer niemals einer Partei angehörte und eine solche Mitgliedschaft als unvereinbar mit der freien Meinungsfindung und Entscheidung eines Menschen verstand. Beim Erwerb von Stücken ehemals jüdischer Eigentümer für seine Sammlung war Julius Riemer mit Sicherheit nicht Initiator oder Nutznießer von Enteignungen sondern hat die Gelegenheit genutzt Sammlungsstücke sicherzustellen bzw. den befreundeten Juden zu helfen. Der Ankauf von Exponaten des jüdischen Sammlers Prof. Oskar Neumann hat diesem nachweislich das Leben gerettet.

Fragwürdig ist allerdings der Umgang der Stadtveraltung mit diesen Recherchen. Einerseits scheint für andere Teile der Städtischen Sammlungen bisher keine entsprechende Untersuchung in Auftrag gegeben worden zu sein. Andererseits dürfte allgemein bekannt sein: nichts ist Gerüchten förderlicher als Geheimniskrämerei. Die Bekanntgabe von Zwischenergebnissen im nichtöffentlichen Teil einer der letzten Kulturausschusssitzungen und in der Hauptausschusssitzung am 19.1.2012 mag noch angehen. Dass schon im Vorfeld durch undichte Stellen (hoffentlich nicht lanciert), unwahre Behauptungen die Runde gemacht haben, kann nur dem Ansehen der Riemer-Sammlung (und der Lutherstadt Wittenberg) schaden. Wir fordern daher zumindest nach Abschluss der Untersuchungen die Einbeziehung der öffentlichkeit.

Bereits auf der öffentlichen Kulturausschusssitzung am 08.07.2011 im Rathaussaal wurde von Seiten des Expertenrates die Möglichkeit in den Raum gestellt, dass durch das Ergebnis der laufenden Provenienzforschung größere Teile der Sammlung zurückgegeben werden müssten. In deutschen Gerichten ist es üblich, von der Unschuld des Angeklagten auszugehen solange seine Schuld nicht bewiesen ist. Sollte das in diesem Zusammenhang nicht ebenso gehandhabt werden oder liegt es im Interesse der Stadtverwaltung, Riemer vor zu verurteilen, um seine Sammlung zu diskriminieren und bei den Stadträten und in der Bevölkerung Verständnis zu suchen für die Zerschlagung des Museums?

Wie die Presse zu dem Thema steht können Sie auf der Seite Presseresonanz in den Beiträgen der Mitteldeutschen Zeitung vom 19.01. und 21.01.2012 nachlesen.


Interimsausstellung im Zeughaus

Am Abend des 16. Dezember 2011 wurde von Oberbürgermeister Eckhard Naumann die Interimsausstellung mit dem Titel "Von Steinhaufen und Neubauten - Die Wittenberger Altstadt im Wandel vom 18. bis in das 21. Jahrhundert" eröffnet. über die Ausstellung als Ganzes lässt sich sicher streiten, sie scheint aber im Wesentlichen gut gelungen, wenngleich die wenigen Exponate mit reichlich erklärendem Text neben dem großen Stadtmodell im großen Erdgeschoss des Zeughauses etwas verloren wirken. Zum Schluss des Rundgangs gibt die Ausstellung einen Ausblick auf die in Zukunft geplanten Ausstellungsteile der Städtischen Sammlungen, darunter auch eine kleine Vitrine mit vier (relativ unbedeutenden) Stücken aus der Sammlung Riemer als Beispiel für das angedachte "Schaudepot" in der Pfaffengasse. Die Auswahl dieser Exponate zusammen mit dem zugehörigen Text zeigt erneut die gering schätzende Einstellung der Stadtverwaltung in Bezug auf die Person Julius Riemers und seiner Sammlung. Die diesbezügliche Meinungsäußerung der Bürgerinitiative an die Presse können sie hier nachlesen, die Reaktion der Mitteldeutschen Zeitung am 3. Januar 2012 siehe unter Presseresonanz.


Kulturausschusssitzung vom 2.11.2011

Die Beschlussvorlage zur Zukunft der städtischen Sammlungen wurde in zweiter Lesung behandelt, allerdings nur um mitzuteilen, dass die angemahnten Unterlagen noch nicht zur Verfügung stehen und daher eine dritte Lesung erfolgen muss. Renate Gruber-Lieblich als Vertreterin der Bürgerinitiative machte den Vorschlag, Teile der Riemer-Sammlung vorübergehend in der Lichtenburg Prettin auszustellen statt sie einzulagern und den Sammlungsteil "Heimische Tiere" in Kooperation mit dem Naturschutzbund den Schulen zugänglich zu machen. (siehe Presseresonanz) über diesen Vorschlag soll ebenfalls auf der nächsten Sitzung des Kulturausschusses beraten werden.


Riemer-Museum geschlossen

wie seit längerem angekündigt, ist das Riemer-Museum im Schloß seit dem 1. November 2011 geschlossen, nachdem bereits Wochen vorher Teile des Museum nicht mehr der öffentlichkeit zugänglich waren. Wie viel - oder besser gesagt wie wenig - von den Exponaten des Riemer-Museums in der ab Dezember angekündigten Sonderausstellung im Zeughaus zu sehen sein werden, bleibt abzuwarten. Wir als Bürgerinitiative werden trotzdem oder gerade deswegen aktiv bleiben und alles in unseren Kräften stehende unternehmen, damit das Riemer-Museum ob eigenständig oder als Teil der städtischen Sammlungen wieder mindestens im bekannten Umfang der öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Unter anderem suchen wir nach Lösungen, um während der "Interimsphase" wenigstens einen Teil der Exponate in oder in der Nähe von Wittenberg ausstellen zu können.


Internetpräsenz wieder im alten Design

Dank der Gesprächsbereitschaft des Bürgermeisters, Herrn Zugehör, ist es gelungen ohne juristische Konfrontation die Genehmigung der Pressestelle der Lutherstadt Wittenberg für die Veröffentlichung der selbst erstellten Fotos auf unserer Internetpräsenz zu erlangen. Wir freuen uns daher, Ihnen ab heute, dem 25.07.2011, die Seite wieder im anfänglichen Design präsentieren zu können und insbesondere durch die Fotos einen anschaulichen Eindruck vom Museum unter dem Menüpunkt "Rundgang" gewähren zu können.


öffentliche Sitzung des Kulturausschusses

Eine außerordentliche öffentliche Sitzung des Kulturausschusses findet am Freitag, dem 8. Juli, 16 Uhr, im Alten Rathaus statt. Zu Umzug und Neugestaltung der Städtischen Sammlungen wird erstmals der wissenschaftliche Beirat Stellung beziehen. Bürger haben Rederecht und können die Mitglieder des Beirates ebenso befragen wie die anwesenden Stadträte und Vertreter der Verwaltung. Wir wollen die Sitzung als Bürgerforum nutzen und hoffen auf Teilnahme vieler interessierter Wittenberger, die kritische Fragen stellen und ihre Meinung äußern.


Das Riemer-Museum im MDR-Fernsehen

Am Vormittag des 10.06.2011 war die Filmautorin Anne Worst im Riemer-Museum, um die Initiatorin unserer Bürgerinitiative Renate Gruber-Lieblich zu interviewen. Für den Nachmittag ist ein Interview mit dem Oberbürgermeister Eckhard Naumann geplant. Der gesamte Filmbeitrag soll am Donnerstag, den 16.06.2011 um 22.05 Uhr im Kulturmagazin "artour" des MDR-Fernsehens gesendet werden.


Oberbürgermeister untersagt die Veröffentlichung von Fotos

Bedauerlicherweise präsentiert sich unsere Internetseite seit 03.06.2011 etwas schlichter als bisher gewohnt. Insbesondere mussten die Seiten "Julius Riemer" und "Rundgang", die als Werbung für den Besuch des Museums gedacht waren, entfernt werden.

Dem Webmaster der Seite flatterte nämlich am 01.06.2011 ein Brief des Oberbürgermeisters unserer Stadt, Herrn Eckhard Naumann, auf den Schreibtisch, in dem die Verwendung der vom Webmaster selbst mit Fotoerlaubnis hergestellten und bearbeiteten Fotos aus dem Riemer-Museum unter Bezugnahme auf das Urheberschutzgesetz unter Androhung einer Strafanzeige untersagt wird. Ebenso wurde die textliche Wiedergabe der im Museum ausgestellten Tafeln zum Leben von Julius Riemer verboten. Für Interessierte hier der Brief als pdf-Dokument.

Da uns zurzeit juristische Auseinandersetzungen mit der Stadtverwaltung nicht sinnvoll erscheinen, haben wir vorerst nachgegeben und die fraglichen Inhalte entfernt.


Bürgerinitiative hat die Bürgerfragestunde genutzt

Renate Gruber-Lieblich hat als Sprecherin der Bürgerinitiative die Fragestunde anläßlich der Stadtratssitzung am 27.04.2011 genutzt, um die folgenen Fragen zu stellen:

Namens der Bürgerinitiative zur Rettung des Riemer Museums steht die Frage im Raum, warum ist der Stadtrat gegenüber dem Museum Julius Riemer so unentschlossen? Warum vermittelt die Verwaltung den Eindruck, das Riemer Museum ist heute nur noch ein Störfall und muss mit kleinstem Aufwand zur Bedeutungslosigkeit degradiert werden.

Altes Rathaus WittenbergWir fragen: In jüngster Zeit hat der Bürgermeister einige Male betont, man wird die Verträge des Julius Riemer von 1953 und Charlotte Riemer von 1993 einhalten. Das bedeutet aber, dass in erster Linie über ein neues Museum für Natur- und Völkerkunde zu reden ist, denn das ist nicht unser Eigentum, sondern unser Erbe welches die Stadt 1953 auf 99 Jahre angenommen hat.

Leider muss man auch die Frage stellen: Warum stehen dann die Beschlüsse der Verwaltung an die Stadträte vom 07. April 2011, vom 12.April 2011 zur Neugestaltung des Natur- und Völkerkunde Museums im krassen Widerspruch dazu?

Meine Damen und Herren ich frage Sie: Ist es ein Wunder, dass die Bürger langsam zorngeladen sind wenn sie in der Zeitung lesen müssen, dass für das Riemer Museum ein Schaudepot angesagt ist und unser Bürgermeister noch eins draufsetzt in dem er sich darauf beruft: mit dem Schau-Depot würden die 1948 von Julius Riemer konzipierten Schaudepots wiedererstehen. Frage: Wundert es die Verwaltung und Räte, dass mit so einer Falschaussage die Bürger laut aufschreien? Auch ein Bürgermeister muss nicht alles wissen, aber er muss wissen wo es steht. Ein Blick in das Buch Kulturerbe NATUR - die wertvollsten Sammlungen Sachsen-Anhalts hätte genügt um sich zum Riemer Museum schlau zu machen. Dort ist zu lesen, dass 1948/49 das Schaumagazin eine Notlösung war, verursacht durch den Kriegsmangel an allem was für ein Museum notwendig war. Andererseits kommt abermals die Frage auf: Wann bekommt das Riemer Museum einen Wissenschaftler, der das Museum fachlich betreut, nach außenhin vertreten und für dieses Haus wieder öffentlichkeitsarbeit leisten kann?

Als ich im Oktober 2009 bereits schon einmal an diesem Pult stand, stellte ich die Frage: Was wird aus der Bibliothek, die im Vertrag von 1953 Bestandteil ist und wo sind die Orte für die Magazine? Diese Frage muss heute erneut gestellt werden. Ich gebe die in den letzten Tagen am häufigsten gestellte Bürgerfrage weiter, was soll nach Nudersdorf kommen? Sollen dort auch Exponate des Julius Riemer hin? Haben Sie verehrte Räte und Verwaltung im Vertrag von 1953 § 7 gelesen, dass wenn die Stadt die Sammlung und Bibliothek aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr im Schloss zu Wittenberg ordnungsgemäß und sachgemäß unterbringen kann, eine Unterbringung der Vertragsgegenstände in einem eigens für diesen Zweck errichteten neuen Gebäude realisiert werden muss. Ausschließlich wird darauf hingewiesen, dass die Unterbringung außerhalb des Stadtgebietes Wittenberg nicht stattfinden darf.

In dem Zusammenhang frage ich Sie, warum wird plötzlich so häufig erwähnt, dass in der Sammlung Riemer Exponate sind, die ihm ja gar nicht gehören - die Leihgaben sind oder Neuzukäufe nach seinem Tod. Warum ist das noch heute ein Thema? Ebenfalls 2009 schlug ich vor, dieses Museumsgut schon mal aus der Sammlung herauszutrennen um einen überblick zu schaffen, um welchen, und zwar immer noch riesigen Bestandteil der Riemerschen Sammlung, sich die Stadt kümmern muss. Sehr geehrte Stadträte, sie hören, die Bürger unserer Stadt und darüber hinaus wollen Antworten. Laut Festlegung der BI soll im Mai eine öffentliche Bürgerversammlung stattfinden. Dazu bitten wir die Verwaltung unsere heute vorgestellten Fragen zu beantworten. An den Stadtrat haben wir die Bitte, ob er uns genehmigt dafür den Ratssaal benutzen zu dürfen, und natürlich sind diesmal alle Stadträte gern gesehen.

Renate Gruber-Lieblich Sprecherrat BI Riemer Museum